Blog | Themenschwerpunkt Mobilität & Konflikt

In wenigen anderen gesellschaftlichen Feldern werden aktuell so viele Veränderungen sichtbar wie in Bezug auf die Mobilität von Menschen und Gütern. Eine Reihe (welt-)gesellschaftlicher Großtrends wirken sich in sehr unterschiedlicher Weise auf etablierte soziale Praktiken aus, sich fortzubewegen, Dinge zu transportieren und Orte wie Territorien zu verbinden bzw. abzugrenzen. Die Digitalisierung des Verkehrs, die durch die Pandemie eingeschränkte Bewegungsfreiheit, die Schließung von Grenzen sowie Handelskonflikte, aber auch Migration, der Klimawandel und bürgerschaftliches Engagement überlagern sich und verändern Gestalt und Nutzung über Jahrzehnte gewachsener Infrastrukturen und räumlicher Ordnungen. Dass es dabei zu Spannung und Konflikten kommt, ist klar, stehen sich doch häufig Etablierte und Außenseiter, Privilegierte und Diskriminierte oder Traditionalist*innen und Innovator*innen gegenüber. Gesellschaftliche Debatten über mehr Radwege, die Abkehr vom Verbrennungsmotor oder höhere Steuern auf Flugreisen machen deutlich, dass unterschiedliche kulturelle und ökonomische Milieus Raumkulturen und Mobilitätspraktiken neu aushandeln. In unserer Blog-Reihe „Mobilität und Konflikt“ werden wir Beiträge präsentieren, die aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven beschreiben, wie komplex, konflikthaft und ambivalent diese Wandlungsprozesse sind, aber auch wie sie zu neuen Raumkulturen und Mobilitätspraktiken führen.

20. August 2021

Die fahrradfreundliche Stadt für alle? Überlegungen zu Ein- und Ausschlüssen der aktuellen Radverkehrsentwicklung in Berlin

(von Maximilian Hoor) Die Verkehrswende in Berlin scheint zum Greifen nahe und der Radverkehr erlebt seit Jahren einen rasanten Bedeutungsgewinn in Wissenschaft, Politik, Planung und Kultur. Der Beitrag greift aktuelle Entwicklungen des Radverkehrs auf und ordnet diese in den Kontext verkehrs- und stadtpolitischer Debatten ein. Es geht um die Frage, welchen Beitrag ein inklusiv gestalteter Radverkehr für die Verkehrswende und die lebenswerte Stadt leisten kann, und welche Herausforderungen sich dabei stellen.

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6. August 2021

Infrastructural violence in Johannesburg’s taxi industry

(By Silvia Danielak) Since the emergence of ride-hailing applications, South African urban centers have seen a rise in violence between the traditional metered taxis and the new ride-share services. Hundreds of criminal cases have been opened over the last years, and protests organized by ride-hailing drivers have drawn attention to the rising tension in the transport industry. A focus on urban infrastructure might shed new light on the history, politics and materiality of places that perpetuate violence in South Africa’s cities.

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