Blog | Themenschwerpunkt Raum & Konflikt

Gentrifizierung im ländlichen Raum, Gemeinschaftsbildung in der Nachbarschaft und im Netz, Überwachung öffentlicher Plätze, Quarantäne und Homeoffice…Räume stehen im Brennpunkt gesellschaftlicher Auseinandersetzungen. Konflikte – ob digital mediiert oder analog – finden immer irgendwo statt, sie manifestieren sich an Orten, entzünden sich an ihnen und hinterlassen ihre Spuren. Gerade die Pandemie bedeutet eine Krise des Raums, weil gewohnte Konzepte sozialer Normalität umgelernt werden und ansonsten Hoffnung spendende Utopien blass wirken.

In den nächsten Wochen erscheinen hier im Rahmen der Themenreihe „Raum und Konflikt“ des SFB 1265-Blogs Abhandlungen, Beobachtungen und Reflexionen zu Räumen und Konflikten aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven und mit dem Anspruch, auch ein außeruniversitäres Publikum zu erreichen.

13. Juni 2021

Cities under surveillance: on technologies, public space and racism in Brazilian capitals.

(By Paulo Victor Melo) Cameras on public roads, inside buses, trains, parks and squares; private video surveillance systems that also record street images; geolocation mechanisms; drones flying over large avenues; the use of artificial intelligence and facial recognition in different spaces of circulation of people. Urban public spaces are increasingly interwoven with information and communication digital devices and infrastructures. These transcend physical limitations and install mechanisms for gathering individual and collective personal data; they promote changes in social dynamics, aggravate territorial conflicts and expand the surveillance potential of cities.

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14. Mai 2021

Illegalisierter Drogenhandel in „urbanen Dörfern“ – kaum umkämpfte Räume?

(Christiane Howe) Bei fortlaufendem Drogenhandel und -konsum in einem Quartier einer Großstadt sind vielfältige Konflikte zu vermuten. Doch wie genau bilden sich dieser Handel und Konsum sozial-räumlich ab, wie gehen sie vonstatten und wie manifestieren sich darin dennoch und mit ihnen spezifische Ordnungen? Ausgangspunkt meiner Überlegungen ist, dass sich diese Ordnungen nicht allein materiell im und am konkreten Ort zeigen, sondern durch die sozialen Praktiken aller Beteiligten hergestellt und angezeigt werden (vgl. Löw 2001: 158 ff.). Die Teilnehmenden werden demnach als Teil einer (Interaktions-)Situation (Goffman 1967) begriffen, die gemeinsam erst hervorgebracht und sowohl gemeinsam durchgeführt als auch, in Anlehnung an Goffmans Maxime, dramaturgisch aufgeführt wird. So ist davon auszugehen, dass in jedem Quartier Bewohner*innen vor Ort lernen, sie zunehmend ein ‚lokales Wissen‘ erwerben und besitzen und damit Relevantes von Nicht-Relevantem unterscheiden können. Im Nachfolgenden versuche ich das Beschriebene exemplarisch und qualitativ-ethnografisch anhand eines solchen Quartiers einer Großstadt herauszuarbeiten.

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26. April 2021

Conflicted fantasies and spatial identities: from Ramallah to Paris

(By Aseel Aldeek) This post presents a personal account of my experiences growing up in Ramallah, Palestine, studying at Al-Quds Bard university in Palestine and then emigrating to France. It is an overview of all the spaces I had to interact with throughout my life which have now come to define my identity. By observing the different political and social atmospheres in different spaces and their effect on me, I have come to realise that my identity has no static definition and is continuously redefined through every space I exist in.

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16. April 2021

Fluid boundaries of urban living spaces

(By Melissa Bayer) In the city of Antofagasta in Northern Chile, 16,396 people live in around 62 so-called informal settlements which lack basic service provision – with water access being the residents’ main concern. Drawing on extensive qualitative fieldwork carried out between 2018 and 2020, this blog post offers a hydro-social analysis of the informal practices of water acquisition employed by the residents of Antofagasta’s informal settlements. By taking into account both the material elements of these practices as well as their underlying logics and rationalities, the author aims to shed light on the reciprocal relationship between official water access and social belonging, paving the way for a more nuanced discussion of urbanisation processes.

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2. April 2021

Neighbourly negotiations

Idealised values of common identification and consensus often attributed to urban neighbourhoods are romanticised, transfiguring and problematic. The socio-spatial construct of the neighbourhood is constituted not only by what we have in common and what we share, but also by dissent and conflict. We argue that conflict is not to be seen as deficient but can rather be constitutive and, in some cases, even productive for the socio-spatial (re)production of urban neighbourhoods. A research design that combines theory on social negotiations, rules and conventions in the public sphere with critical mapping techniques based on workshops conducted in the field helps to analyse the ambivalent role of conflicts in Berlin-Neukölln.

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26. März 2021

Ein Gefühl von Heimat – Stadien als Orte von Polykontexturalität

Michael Wetzels

Weitere Blogbeiträge zu dem Themenschwerpunkt “Raum & Konflikt” finden Sie hier. Wenn wir von »Stadien« sprechen, haben wir bestimmte Bilder im Kopf. Orte, an denen sich »legendäre« Spiele ereignet haben, jubelnde Fans, kurzum: Räume, an denen sich Großes ereignet und viele Menschen zusammenkommen. All diese Vorstellungen ist eins gemeinsam: Stadien wirken auf Menschen vielfältig oder […]

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19. März 2021

Energie, Infrastruktur und Herrschaft

Dr. Jannik Schritt

Wie lassen sich Energiewende, Demokratie und Ökonomie zusammendenken, um den Herausforderungen des Anthropozäns zu begegnen? Der Blogbeitrag skizziert aus einer räumlichen Perspektive, wie Energieinfrastrukturen nicht nur bestimmte Produktionsverhältnisse, sondern auch spezifische Herrschaftsmuster begünstigen. Während Kohle und insbesondere Erdöl kapitalistischen Oligopolismus und Autoritarismus befördern, bieten erneuerbare Energien durchaus postkapitalistische und demokratische Potenziale, wenn Energieautonomie mit lokalen Entscheidungsstrukturen und solidarischen Wirtschaftsformen ineinander ginge.

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12. März 2021

Stadt, Land, Konflikt

Dr. Ariane Sept

Ein Gespräch zu konfliktreichen Gemeinschaften und gemeinschaftlichen Konflikten auf dem Land.

Ariane Sept im Gespräch mit Julia Paaß vom Netzwerk Zukunftsorte.

Schon länger wird darüber debattiert, dass die ländlichen Räume für die urbane Mittelschicht zunehmend attraktiver würden. „Gefühlt will im Prenzlauer Berg jeder Zweite aufs Land“, titelte beispielsweise der Deutschlandfunk im Sommer 2019. Auch die Forschung beobachtet eine „aktuelle Konjunktur des Ländlichen“. Seit Beginn der Covid-19-Pandemie schwirrt der Begriff Stadtflucht noch stärker durch mediale Debatten.

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