Querschnittsgruppen

Zur Förderung der projektübergreifenden Zusammenarbeit hat der SFB 1265 unter anderem das Format der Querschnittsgruppe institutionalisiert. Bislang haben sich folgende Querschnittsgruppen zu Themen, die für alle drei Projektbereiche relevant sind, gebildet:

  • Geplanter und angeeigneter Raum
  • Planungsprozesse und -verfahren
  • Öffentlichkeit
  • Soziale Ungleichheit, Inklusion und Exklusion
  • Sicherheit, Kontrolle und Macht
  • Migration und Mobilität
  • Verschränkung von Raum und Zeit

 

Die Zuordnung der Teilprojekte zu Querschnittsgruppen ist dem Organigramm des SFB (vgl. Abb.1) zu entnehmen. Alle Querschnittsgruppen bilden sich über mindestens zwei Projektbereiche hinweg zwischen Mitgliedern verschiedener Projekte, für die thematisch die genannten Querschnittsthemen besonders relevant oder interessant sind. Sie verknüpfen einzelne Projekte oder Projektmitarbeiter*innen/Projektleitungen auf freiwilliger Basis, jedoch so, dass jedes Projekt mindestens an zwei Querschnittsgruppen teilnimmt. Die Querschnittsgruppen bieten Raum für Kreativität in der Konzeption des SFB, indem jederzeit und zu bislang unvorhersehbaren Themen und auf Eigeninitiative der Mitglieder neue Gruppen gebildet werden können. Die Mitarbeit von Promovierenden des MGK in den Querschnittsgruppen wird aktiv gefördert.

Während die Schwerpunktbildung das Konzept der Re-Figuration in (A) Raumwissen, (C) Zirkulation und Ordnung sowie den vermittelnden Bereich (B) der Räume der Kommunikation operationalisiert, dienen die Querschnittsgruppen der Bearbeitung für den SFB zentraler Teilfragen, die einige Projekte gezielt adressieren, um eng an der Durchführung des Projektes, der Theoriearbeit und Ergebnisabstimmung – die Projektbereiche überschreitend – zu kooperieren. Die erste Teilfrage lautet, wie Räume systematisch aufeinander bezogen sind. Hierzu bilden wir die drei Querschnittsgruppen: Geplanter und angeeigneter Raum, Planungsprozesse und -verfahren sowie Öffentlichkeit.

  • Geplanter und angeeigneter Raum

    Das Verhältnis von geplantem Raum sowie angeeignetem Raum und damit implizit die Frage nach dem Zusammenwirken von Planung/Architektur und Sozialwissenschaften ist für uns ein Schlüsselthema. Wie dieses Verhältnis zu denken ist, wie sich durch die gelebte Aneignung des Raums das Planungshandeln ändert, wie sich änderndes Planungswissen den Alltag beeinflussen kann, wird seit Lefebvre (2000, orig. 1974) zwar regelmäßig gefragt, aber bislang nicht systematisch untersucht. Die Querschnittsgruppe stellt sich die Aufgabe, die Re-Figuration von Räumen als Verhältnis von Raumwissen zu den jeweiligen Strategien der Konventionalisierung in der Planung zu untersuchen.

    Kontakt: Prof. Dr. Angela Million

  • Planungsprozesse und -verfahren

    In der Querschnittsgruppe „Planungsprozesse und -verfahren“ werden vergleichende Betrachtungen dazu angestellt, welche Planungsverfahren in den untersuchten Fällen der Teilprojekte zum Einsatz kommen, ob es sich um translokal zirkulierende Verfahren mit ähnlichen Erwartungen an Raumkonstitution handelt, welchen Herausforderungen sich Planung angesichts von Re-Figuration stellen muss bzw. inwieweit Planung selbst zur Re-Figuration von Räumen beiträgt.

    Kontakt: Prof. Dr. Jan-Peter Voß

  • Öffentlichkeit

    In der Querschnittsgruppe „Planungsprozesse und -verfahren“ werden vergleichende Betrachtungen dazu angestellt, welche Planungsverfahren in den untersuchten Fällen der Teilprojekte zum Einsatz kommen, ob es sich um translokal zirkulierende Verfahren mit ähnlichen Erwartungen an Raumkonstitution handelt, welchen Herausforderungen sich Planung angesichts von Re-Figuration stellen muss bzw. inwieweit Planung selbst zur Re-Figuration von Räumen beiträgt.

    Kontakt: Volkan Sayman

Die zweite Teilfrage, der in Querschnittsgruppen gezielt Aufmerksamkeit geschenkt werden soll, lautet, ob die Re-Figuration zu neuen Machtverhältnissen führt und wie Raum zur Ressource in Machtkämpfen wird. Damit wird die Perspektive auf die Effekte von Re-Figuration gerichtet. Hierzu bilden wir die Querschnittsgruppen „Soziale Ungleichheit, Inklusion und Exklusion“, „Sicherheit, Kontrolle und Macht“ sowie „Migration und Mobilität“.

  • „Soziale Ungleichheit, Inklusion und Exklusion“

    Die Querschnittsgruppe „Soziale Ungleichheit, Inklusion und Exklusion“ konzentriert sich auf sozialstrukturelle Folgen der Re-Figuration von Räumen und hier insbesondere auf Auswirkungen von Re-Figuration auf Klassen- und Geschlechterverhältnisse sowie auf ethnische Gruppen. Sie stellt die Frage in den Vordergrund, für welche sozialen Gruppen Re-Figuration von Räumen eher inkludierende und für welche Gruppen eher exkludierende Effekte zeigt.

    Kontakt: Robert Vief/ Fabian Gülzau

  • „Sicherheit, Kontrolle und Macht“

    Die Querschnittsgruppe „Sicherheit, Kontrolle und Macht“ bearbeitet Re-Figuration explizit machttheoretisch. Sie fragt danach, wie Raum zur Ressource in Auseinandersetzungen um Macht zwischen verschiedenen Akteuren wird und wie insbesondere Konzepte und Erwartungen an Sicherheit und Kontrolle in den Prozess der Re-Figuration hineinspielen. Dabei rückt der Blick auch auf die Auswirkungen, welche die veränderten Machtverhältnisse auf die Raumkonstitution haben und in welchem Bezug diese zu den aktuellen politischen Entwicklungen stehen.

    Kontakt: Joshua Schröder

  • „Migration und Mobilität“

    Die Querschnittsgruppe „Migration und Mobilität“ beschäftigt sich explizit mit dem Einfluss der zunehmenden Wanderungsbewegungen auf die Prozesse der Raumkonstitution. Hier werden soziale und räumliche Folgen gestiegener Mobilität allgemein sowie Migration und Flucht im Besonderen im Prozess der Re-Figuration von Räumen analysiert.

    Kontakt: N.N.

Ein weiteres Querschnittsthema ergibt sich aus der Prozessorientierung des SFB: die „Verschränkung von Raum und Zeit“.

  • „Verschränkung von Raum und Zeit“

    Da spezifische Formen der Raumkonstitution mit daran gebundenen Formen der Zeitkonstitution einhergehen (Weidenhaus, 2015) und Prozesse der Polykontexuralisierung Parallelen zu Prozessen der Beschleunigung zeigen, bietet sich die systematische Beobachtung zeitlicher Dynamiken der Raumkonstitution als eigenes Querschnittsthema an.

    Kontakt: Prof. Dr. Gabriela Christmann