Querschnittsgruppen

Zur Förderung der projektübergreifenden Zusammenarbeit hat der SFB 1265 unter anderem das Format der Querschnittsgruppe institutionalisiert. In der ersten Förderphase haben sich folgende Querschnittsgruppen zu Themen, die für alle drei Projektbereiche relevant sind, gebildet:

  • Kontrolle, Macht und Sicherheit
  • Geschlecht und Raum
  • Öffentlichkeit
  • Verschränkung von Raum und Zeit

Alle Querschnittsgruppen bilden sich über mindestens zwei Projektbereiche hinweg zwischen Mitgliedern verschiedener Projekte, für die thematisch die genannten Querschnittsthemen besonders relevant oder interessant sind. Die Mitarbeit von Promovierenden des MGK in den Querschnittsgruppen wird aktiv gefördert. Die Querschnittsgruppen bieten zugleich Raum für Kreativität in der Konzeption des SFB, indem jederzeit und zu bislang unvorhersehbaren Themen und auf Eigeninitiative der Mitglieder neue Gruppen gebildet werden können. Beispiele für die rhizomartige Organisation des Forschungsprozesses bzw. spontane Kooperationen waren etwa die Thematik der Covid-19-Pandemie sowie die Arbeitsgruppe „Raum und Religion“.

Während die Schwerpunktbildung das Konzept der Refiguration in (A) Raumwissen, (C) Zirkulation und Ordnung sowie den vermittelnden Bereich (B) der Räume der Kommunikation operationalisiert, dienen die Querschnittsgruppen der Bearbeitung für den SFB zentraler Teilfragen, die einige Projekte gezielt adressieren, um eng an der Durchführung des Projektes, der Theoriearbeit und Ergebnisabstimmung – die Projektbereiche überschreitend – zu kooperieren.

  • Querschnittsgruppe „Kontrolle, Macht und Sicherheit“

    Die Querschnittsgruppe „Kontrolle, Macht und Sicherheit“ fand in Sicherheitsfragen einen für viele Teilprojekte relevanten Fokus. Insbesondere die Legitimierung raumbezogenen (politischen) Handelns über Sicherheitsdiskurse und eine raumtheoretische Bestimmung des Konzepts ontologischer Sicherheit/ Unsicherheit (Giddens, 1991) standen im Zentrum der gemeinsamen Arbeit. Als Ergebnis liegt ein SFB-Working Paper zur ontologischen Sicherheit auf der Basis einer raumtheoretischen Argumentation vor (Schröder, Castillo & Helbrecht, 2021).

  • Querschnittsgruppe „Geschlecht und Raum“

    Die Querschnittsgruppe „Geschlecht und Raum“ hat mit regelmäßigen Diskussionsimpulsen und einem SFB-Working Paper (Birkholz, 2021), das Refiguration als Alternative zur Festlegung auf Identität vorschlägt, für eine stärkere Integration von Gender-Themen in den SFB gesorgt.

  • Querschnittsgruppe „Öffentlichkeit“

    Die Querschnittsgruppe „Öffentlichkeit“ hat ihre Beiträge zur Refiguration öffentlicher Räume in Teilprojekten und Qualifikationsarbeiten in der Arbeitsgruppe zusammengeführt und einen theoretischen Beitrag zu „relational communication spaces“ im Special Issue des Journals „Media and Communication“ eingereicht (Keinert, Sayman & Maier, im Erscheinen). Ein Workshop zur Diskussion des Konzepts mit internationalen Forschenden ist Ende 2021 geplant.

  • Querschnittsgruppe „Raum und Zeit“

    Die Querschnittsgruppe „Raum und Zeit“ widmete sich der Systematisierung unterschiedlicher raumzeitlicher Zusammenhänge: Von der körperlich-leiblichen Erfahrung spezifischer Situationen und ihres unmittelbaren Vergehens oder Andauerns über soziale Konstitutionsformen von Geschichtlichkeit im Zusammenhang mit Raumkonstitutionen (z. B. als Fortschrittsnarrativ nationaler Gesellschaften) bis hin zu Fragen der Distanzüberwindung in möglichst kurzen chronologischen Zeitintervallen (z. B. beim internationalen Warentransport). Auch diese Überlegungen mündeten in ein SFB-Working Paper (Frehse, 2020) zu Zeitlichkeitsdimensionen von Raumtheorien. Ferner wurden in dem SFB-Sammelband „Spatial Transformations“ (Million et al., im Erscheinen) Fragen von Zeitlichkeit prominent diskutiert.

  • Arbeitsgruppe „Raum und Religion“

    Die Arbeitsgruppe „Raum und Religion“ hat sich mit der jüngeren Diskussion um „Urban Religion“ und mit wissenssoziologischen Zugängen zur Raumtheorie befasst. Der SFB unterstützte die Analyse der räumlichen Refiguration der texanischen Stadt Waco, um die Rolle von Religion in diesen Prozessen auszuloten. Die Ergebnisse wurden in einem Working Paper (Steets, 2021) zusammengefasst.